Was ist Mediation?



 

Mediationsgesetz (MediationsG)

   

 §1 Begriffsbestimmungen

 

(1) Mediation ist ein  vertrauliches und  strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien mithilfe eines oder mehrerer Mediator:innen freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben.

Konflikte entschärfen durch MEDIATION


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Die fünf Grundprinzipien der Mediation


1. Vertraulichkeit



 Vertraulichkeit des Verfahrens

 

  • Diskretion nach außen = das Gesicht wahren können.
  • Transparenz nach innen = Informiertheit im Binnenverhältnis.

 

 

MEDIATION - Keine Angst vor Gesichtsverlust



2. Freiwilligkeit


Nicht nur Zaungast sein…

  • In der Mediation sind Sie nicht nur Zaungast des Verfahrens wie bei Gericht, sondern aktiver Part. Ihr Nutzen: Erwiesenermaßen eine bedeutend höhere Verfahrenszufriedenheit.

 

  • Juristisch verorten lässt sich das Prinzip der Freiwilligkeit in den Kanon der Privatautonomie, die in Deutschland als Teil der allgemeinen Handlungsfreiheit in Art. 2 Abs.1 GG verfassungsrechtlich geschützt ist. (INFO) Das Grundgesetz gewährt insofern „Schutz von Selbstbestimmung und Schutz vor Fremdbestimmung“.*

     * REICH, Norbert, Das Phantom "Verbraucherrecht"  -   

           Erosion oder Evolution des Privatrechts? JZ 1997, 609 in

           Bezug auf  die Vertragsfreiheit.

**FLUME, Werner, Allgemeiner Teil des Bürgerlichen Rechts, Bd. II, Das Rechtsgeschäft, 3. Auflage 1979, § 14: „Für den Bereich der Privatautonomie gilt der Satz: stat pro ratione voluntas.“



3. Allparteilichkeit


 

Unabhängigkeit und Neutralität des Mediators

 

Mediationsgesetz (MediationsG)

 

§ 1 Begriffsbestimmungen

 

(2) Ein Mediator ist eine unabhängige und neutrale Person ohne Entscheidungsbefugnis, die die Parteien durch die Mediation führt.

 

MEDIATION - Alle Parteien gleich gut aufgestellt


MEDIATION - Alle Macht bei den Konfliktparteien

  • Die Parteien sehen sich auf dem Wege zu einer Konfliktlösung vor Gericht dazu angehalten, den Richter als Entscheidungsautorität von ihrer Rechts-auffassung überzeugen zu müssen. So entstehen neben dem eigentlichen Konflikt zusätzlich Rollenkonflikte, die den Druck weiter erhöhen. Solche systemimmanenten Konfliktpotenziale können in der Mediation erst gar nicht aufkommen, da allein die Parteien über die Entscheidungsautorität verfügen.

Im Jargon der Mediatorenzunft wird deswegen von Allparteilichkeit gesprochen, da Rollenkonflikte in die der Richter geraten kann, in der Mediation aufgrund der Logik des Systems ausgeschlossen sind.


4. Eigenverantwortlichkeit



 

 Eigenverantwortlichkeit der Parteien

 

Der Mediator besitzt keine Entscheidungsbefugnis

(§ 1 Abs. 2 MediationsG)

 

Das Rechtsprinzip der Privatautonomie durchzieht wie ein roter Faden die Grundsätze der Mediation. Kein Konfliktlösungsverfahren setzt im Kern mehr den Freiheitsanspruch der Bürger um, als die Mediation!



5. Informiertheit



Mediationsgesetz (MediationsG)

 

§ 2 Verfahren; Aufgaben des Mediators

 

(6) Der Mediator wirkt im Falle einer Einigung darauf hin, dass die Parteien die Vereinbarung in Kenntnis der Sachlage treffen und ihren Inhalt verstehen. Er hat die Parteien, die ohne fachliche Beratung an der Mediation teilnehmen, auf die Möglichkeit hinzuweisen, die Vereinbarung bei Bedarf durch externe Berater überprüfen zu lassen. 

 

Halten Sie sich eine Hintertür offen


Ein Verhandlungsnachteil hat, wer in Unkenntnis über die Option einer Hintertür für den Ausstieg aus der Verhandlung bleibt. Daher ist vollständige Informiertheit nur gewährleistet, wenn sie von rechtlicher Aufklärung flankiert wird. Die Parteien sollten darüber in Kenntnis gesetzt werden, welche Aspekte gegebenenfalls einen Rechtsstreit bestimmen würden.