Profil


  • Jahrgang 1968
  • Studium Rechtswissenschaft, Politische Wissenschaft, VWL, Philosophie (Magister)
  • Mehrere Jahre Geschäftsführer eines KMU
  • Seit 2005 Consultant und Mediator (Fern Uni Hagen)


Berufsethos



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Europäischer Verhaltenskodex für Mediatoren
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Menschenbild


Erich FROMM entwickelte in seinem Werk den Begriff des „Marketingcharakter“ beim Menschen. Eine Persönlichkeitsprägung die nicht etwa humanistische Ideale formuliert. In ihr drückt sich der Zwang zur Konkurrenz des in die Fänge der Marktmechanismen geratenen Menschen aus. Seine Selbsteinschätzung, wie auch seine Außenwirkung sind nurmehr allein das Produkt seines Durchsetzungsvermögens am Markt. Statussymbole, die Ökonomen nennen sie Positionsgüter, ersetzen Persönlichkeitswerte. Imageträchtige Beziehungsnetzwerke sind die Insignien von Machtbesitz und Machterhalt. Unverzichtbar, um sich in den Sog der Aufwärtsspirale einer unerbittlicher werdenden Leistungsgesellschaft ziehen zu lassen .

„Bei der Marketing-Orientierung aber steht der Mensch seinen eigenen Kräften als einer ihm fremden Ware gegenüber. Er ist nicht mit ihnen eins, vielmehr treten sie ihm gegenüber in einer Rolle auf; denn es kommt nicht mehr auf seine Selbstverwirklichung durch ihren Gebrauch an, sondern auf seinen Erfolg bei ihrem Verkauf. Beides, die Kräfte und das, was sie hervorbringen, sind nichts Eigenes mehr, sondern etwas, das andere beurteilen und gebrauchen können. Daher wird das Identitätsgefühl ebenso schwankend wie die Selbstachtung; es wird durch die Summe der Rollen bestimmt, die ein Mensch spielen kann: „Ich bin so, wie ihr mich wünscht“

(Erich FROMM, Psychoanalyse und Ethik , Stuttgart 1983, S.88, Originalausgabe 1947)

 



Sicht(lich) eingeschränkt



Tunnelblick

Warum hat der Affe den Fisch aus dem Wasser gezogen? Um ihn vor dem Ertrinken zu retten.

Die Sentenz ist beispielhaft für unsere Neigung zum Tunnelblick;  hervorgerufen durch sogenannte kulturelle Filter. Die Welt ist so, wie wir sie bisher kennengelernt haben. Neues und Fremdes bereitet Unbehagen und Unsicherheit.  Und die Quintessenz?  Nicht mehr hinterfragte Verhaltensmodi müssen  überhaupt erst als solche erkannt, bevor wir uns ihrer Nachteile für unser Handeln bewusst werden. Denn die Bedingungen für den Wandel, sind das Gewahrwerden von Missständen, und das Gespür für die richtigen Schlussfolgerungen. Doch bleiben diese Bedingungen wirkungslos, wenn das Bedürfnis nach beiden ein Hoffen und das Hoffen auf beide ein Bedürfnis bleibt.

 

 



Animal Spirits



Die Welt wie wir sie sehen, ist nicht die Welt wie sie ist! Für diese ernüchternde Fest-stellung mag es unterschiedliche, auch sie rechtfertigende Gründe geben. Etwa die Notwendigkeit der Vereinfachung komplexer Sachverhalte (nicht kompliziert - was ja keineswegs das Gleiche ist) um Handlungsfähigkeit zu gewährleisten. Simplifizierung als effiziente Strategie der Komplexitätsbewältigung. So wie auch die Formalisierung von Wirklichkeit in mathematische Modelle eminent wichtige Erkenntnisse liefert: „Aber sie beschreiben nur einen Teil der Realität,....“ wie Friedrich SCHNEIDER, bis zum Herbst des Jahres 2008 Vorsitzender des Vereins für Socialpolitik, der größten deutschsprachigen Ökonomen-vereinigung zu Bedenken gibt. In einem Interview mit der FTD vom 2. März 2009 zur „Krise der Wirtschaftswissenschaften“ konstatiert Schneider: „Die Krise der Ökonomie ist entstanden, weil wir viele Verhaltensweisen der Menschen nicht in unsere Modellwelten integriert haben.“

In Akerlofs und Shillers süffisanter Diagnose fehlgeleiteter Wirtschaftstheorie heißt es: „Das Unvermögen, die Animal Spirits in die Modellbildung einzubeziehen, kann uns für die wahren Ursachen ökonomischer Probleme blind machen.“ George AKERLOF/Robert SHILLER, Animal Spirits – Wie Wirtschaft wirklich funktioniert, München 2009, Seite 237.

 

Kein Platz mehr für Überflieger?



Manchmal gern, etwas realitätsfern



Animal Spirits - Menschliche Abgründe

Animal Spirits, sind also die nicht rationalen Aspekte menschlichen Handelns. Exemplarisch sei hierfür der Versuch genannt, bei 5 Grad Außentemperatur ein 15 Grad warmes Zimmer durch Öffnen des Fensters auf wohlige 20 Grad aufheizen zu wollen. Zugegeben eine überaus einfältige Form von Realitätsverlust. Aber ungemein plakativ! Denn was zunächst grotesk anmuten mag, gehorcht durchaus einer stringenten Logik, die eben genau dann fehleranfällig wird, wenn Information ausgedünnt, unreflektiert übernommen (Copy & Paste) und Wechselwirkungen (eine Eigenart komplexer Systeme) unbeachtet bleiben.

 



Selbstwertdienliche Verzerrung



John Stuart MILL verweist in seiner Autobiografie auf die Tücke der menschlichen Fähigkeit zur  Beschönigung: «Frage dich selber, ob du glücklich bist, und du hörst auf, glücklich zu sein!» Mit der Funktionalität von Gewohnheiten ist es wie mit dem Glück. Wenn es andauert changiert es als Selbst-verständlichkeit. Erst der Verlust sorgt dann noch für Aufsehen. Wir neigen dazu Verluste und Misserfolge äußeren Ursachen zuzuschreiben. Erfolge reklamieren wir selbstredend für uns. Die Sozialpsychologie bezeichnet dieses eigennützige Kalkül als selbstwertdienliche Verzerrung (engl. self-serving bias).

D. T. MILLER, M. ROSS (1975). Self-serving biases in the attribution of causality: Fact or fiction?, Psychological Bulletin, 82, S. 213-225

 

Wenn Glück zur Gewohnheit wird